Wasser


In der Natur findet vor allem eine Reinigung des Wassers durch Kleinstlebewesen statt, allerdings unbemerkt und langsam. Leider zu langsam um die von uns Menschen stark verschmutzte Abwassermenge selbst reinigen zu können. Deshalb müssen wir die Abwässer in Kläranlagen aufbereiten, bevor sie in unsere Flüsse und Seen gelangen können. Auf diese Weise leistet die ProRheno AG einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung unserer Umwelt.

 

Feststoffe

Unsere ARA ist jedoch kein Allesfresser und kein Abfallsack; z.B. beeinträchtigen Fett und Öl die Leistung der ARA, und Wattestäbchen und Feuchttücher führen zu Leitungsverstopfungen und Pumpenblockaden. Zur Erinnerung weisen wir auf das hin, was nicht in die Kanalisation gehört, sondern der Kehrichtabfuhr oder einer anderen Entsorgungsstelle zugeführt werden muss:

  • Feuchttücher
  • Verpackungen
  • Wegwerfwindeln
  • Silpeinlagen und Tampons
  • Kondome
  • Wattestäbchen
  • Zigarettenstummel
  • Kleintierstreu
  • Alt- und Maschinenöl, Verdünner und Benzin
  • Giftstoffe und Chemikalien
  • Medikamente
  • Speise- und Frittieröl
  • Laub, Sand und Kies
  • Mörtelreste und Zementwasser
  • Farben und Lacke

Nur Fäkalien und Toilettenpapier dürfen im WC entsorgt werden. Alle anderen Feststoffe gehören in die Kehrichtabfuhr oder können bei Annahmestellen für Sonderabfälle entsorgt werden. Das Tiefbauamt informiert über die verschiedenen Entsorgungsmöglichkeiten.

 

Reinigungsverfahren

In der ProRheno kommen bisher folgende Reinigungsverfahren zum Einsatz:

Kohlenstoffabbau

Organische Substanzen im Abwasser, wie z.B. Eiweiss, Fett, Kohlenhydrate, werden durch verschiedenste Mikroorganismen zu anorganischen Verbindungen (CO2, H2O, etc.) abgebaut. Das Abwasser fungiert dabei als Nährlösung für die Mikroorganismen. Beim Abbau verbrauchen die Bakterien zumeist Sauerstoff, gewinnen Energie und bauen Biomasse auf. Diese in der Natur vorkommenden natürlichen Abbauprozesse werden im Belüftungsbecken einer Kläranlage verfahrenstechnisch genutzt. Ziel ist es, eine möglichst grosse Anzahl der organischen Verbindungen in mineralische Endprodukte zu überführen.

Phosphor-Elimination

Phosphor gelangt heute hauptsächlich als Phosphat über häusliches Abwasser in die Kläranlagen. Er stammt vorwiegend aus der menschlichen Nahrung oder aus Wasch- und Reinigungsmitteln. Da Phosphat stark eutrophierend wirkt und zu übermässigem Algenwachstum mit anschliessendem Sauerstoffmangel führen kann, soll er aus dem Abwasser entfernt werden. Neben der biologischen Phosphorelimination (über vermehrte Speicherung in Mikroorganismen) wird Phosphat hauptsächlich durch chemische Fällung entfernt. Gängige Fällmittel sind zum Beispiel Eisensalze.

Der gefällte Phosphor wird zusammen mit dem Klärschlamm in der Schlammbehandlung verbrannt. In der Klärschlammasche gebunden wird der Phosphor seit 30 Jahren in einem separaten Kompartiment deponiert und steht so für das Phosphorrecycling zur Verfügung.

Durch das Projekt EABA wird die ARA Basel um folgende Reinigungsstufen erweitert:

Stickstoff-Elimination

Bei der Nitrifikation, der ersten Stufe der Stickstoff-Elimination, wird das im Abwasser vorhandene Ammonium über Nitrit zu Nitrat oxidiert. Ammonium wirkt stark sauerstoffzehrend. Als Ammoniak ist es, wie auch Nitrit, stark fischgiftig. Aus diesen Gründen ist eine Elimination in den Kläranlagen erforderlich.

Für die Nitrifikation werden spezielle Bakterien benötigt, die Nitrifikanten. Sie setzen in ihrem Stoffwechsel Ammonium über Nitrit zu Nitrat um und bauen so Biomasse auf. Dazu benötigen sie gelösten Sauerstoff, weshalb bei einer Nitrifikation immer belüftet werden muss. Da Nitrat wie Phosphor auf die Gewässer stark eutrophierend wirkt, wird dieses in der nächsten Stufe der Stickstoff-Elimination, der Denitrifikation, ebenfalls entfernt. Bei Abwesenheit von gelöstem Sauerstoff wird Nitrat von den Bakterien zu gasförmigem Stickstoff reduziert. Sie verwenden das Nitrat für die Veratmung von Kohlenstoffverbindungen. Im Gegensatz zur Nitrifikation darf kein gelöster Sauerstoff vorhanden sein.

Elimination von Mikroverunreinigungen

Mikroverunreinigungen (auch organische Spurenstoffe genannt) sind verschiedenste synthetische organische Stoffe, die z.B. in Reinigungsmitteln, Körperpflegeprodukten, Pflanzenschutzmitteln oder Arzneimitteln zu finden sind. Sie können auf unterschiedlichste Wege in die Umwelt eingetragen werden, z.B. durch die Landwirtschaft, den Strassenverkehr oder die Kläranlagen. Mit dem Abwasser gelangen sie über die Kläranlage in die Gewässer, wo sie in sehr tiefen Konzentrationen nachgewiesen werden können.

Mikroverunreinigungen wirken sich negativ auf die Bewohner eines Gewässers aus, z.B. durch eine hormonähnliche Wirkungsweise. Mit den bisher genannten Reinigungsverfahren können die Spurenstoffe nur zu einem gewissen Grad aus dem Abwasser entfernt werden.

Für den Abbau bzw. die Elimination von Mikroverunreinigungen bestehen verschiedene Möglichkeiten. Die Ozonierung und die Adsorption an Aktivkohle sind zwei aussichtsreiche Verfahren.